Mentale Gesundheit

Zur mentalen Gesundheit zählen sowohl die emotionale Gesundheit – also der Umgang mit Gefühlen, Beziehungen und dem inneren Erleben – als auch die psychische Gesundheit, die beschreibt, ob jemand seelisch stabil, alltagsfähig und nicht psychisch erkrankt ist.

Weiter unten zeigen wir, welche Auswirkungen der Mangel an mentaler Gesundheit auf unserer Wirtschaft und Gesellschaft haben.

Emotionale Gesundheit - was gehört dazu?

Fokus: Umgang mit Gefühlen und innerer Reife
> Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und zu verstehen
> Emotionale Selbstregulation: z. B. mit Angst, Wut, Trauer umgehen können
> Empathie: mitfühlen können, ohne sich zu verlieren
> Selbstmitgefühl: freundlicher Umgang mit sich selbst
> Bindungsfähigkeit: emotionale Nähe zulassen und gestalten
> Verletzlichkeit zulassen, ohne sich schwach zu fühlen
> Resilienz auf emotionaler Ebene: Rückschläge seelisch verarbeiten
> Grenzen spüren und setzen können
> Zugang zu Intuition und innerer Stimme
> Integrität im emotionalen Erleben – sich selbst treu bleiben

Psychische Gesundheit – was gehört dazu?

Fokus: seelisches Gleichgewicht, Funktionsfähigkeit, keine Störung

> Stimmungsstabilität: keine krankhafte Antriebslosigkeit oder übermäßige Erregung

> Innere Balance: keine dauerhafte Überforderung oder Erschöpfung

> Selbstwertgefühl und Identitätsklarheit

> Gedanken- und Realitätsklarheit: keine Wahnideen oder verzerrten Wahrnehmungen

> Soziales Funktionsniveau: Beziehungen, Alltag, Arbeit gestalten können

> Stressbewältigungskompetenz

> Schutz vor psychischen Erkrankungen

> Kein Leiden durch psychische Symptome: wie z. B. Schlaflosigkeit, Angst, Zwänge

> Autonomie und Selbstverantwortung im Alltag

> Zugang zu Hilfe und Unterstützung, wenn nötig

Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft


Wirtschaftliche Auswirkungen

1.⁠ ⁠Direkte Krankheitskosten
Psychische Erkrankungen verursachen jährlich rund 44,4 Milliarden Euro an direkten Krankheitskosten in Deutschland.  

2.⁠ ⁠Indirekte Kosten durch Arbeitsausfälle
Arbeitsbedingte psychische Belastungen führen jährlich zu Kosten von fast 30 Milliarden Euro, einschließlich Produktionsausfällen und Frühverrentungen.  

3.⁠ ⁠Produktivitätsverluste
Viele Beschäftigte arbeiten trotz psychischer Beschwerden weiter (Präsentismus), was zu erheblichen Produktivitätsverlusten führt, die schwer zu quantifizieren sind, aber die wirtschaftlichen Kosten weiter erhöhen.  

Insgesamt belaufen sich die Kosten psychischer Erkrankungen für die deutsche Wirtschaft auf bis zu 57 Milliarden Euro pro Jahr, was etwa 1,4 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Gesellschaftliche Auswirkungen

1.⁠ ⁠Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung
Psychische Erkrankungen (wie z.B. Erschöpfung und Depression) sind eine der häufigsten Ursachen (aktuell auf einem Allzeithoch) für Arbeitsunfähigkeit und führen oft zu Frühverrentung.  


2.⁠ ⁠Auswirkungen auf das Gesundheitssystem
Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen belastet das Gesundheitssystem erheblich, sowohl in Bezug auf Behandlungskosten als auch auf die Nachfrage nach therapeutischen Dienstleistungen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt im Schnitt aktuell 5 bis 6 Monate.

3. Auswirkungen auf unsere Kinder

Rund 20% der jungen Menschen sind von psychischen Belastungen betroffen. Die Gründe sind verschieden. Oft sind es aber auch überforderte Eltern und Lehrer, die nicht das Wissen und die Kraft haben, sie vor diesen Belastungen zu schützen und daher selber Hilfe bräuchten. Sie, unsere Kinder, sind unsere Zukunft und daher sollten wir alles daran setzen, dass sie mental gesund aufwachsen und einen nachhaltigen Beitrag zum Wohle unserer Gesellschaft leisten können.   

Die seelischen Belastungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen – deren Auswirkungen kaum zu beziffern sind – sind dabei gar nicht berücksichtigt.